Pflegedienst Timm GmbH

Es bleibt in der Familie

Die Redaktion Häusliche Pflege hat das Pflegeunternehmen Timm besucht. Als alleinerziehende Mutter gründete Gabriele Timm 2003 den Pflegedienst. Mittlerweile ist ihr Sohn Christian in die Fußstapfen getreten.

Von Asim Loncaric

Christian Timm hat in das Landpflegeheim Timm geladen. In ländlicher Atmosphäre und doch nicht weit vom Leipziger Zentrum werden hier 63 Patientinnen und Patienten stationär sowie zusätzlich zwölf Gäste in der Tagespflege versorgt. Vor gut elf Jahren hat Christian Timm mit seiner Mutter Gabriele diesen Komplex zusätzlich zum Pflegedienst Timm bzw. Häusliche Kranken- und Altenpflege Gabriele Timm aufgebaut und zu einem stabilen Pfeiler des Familienunternehmens weiterentwickelt. Im Leipziger Süden steht zudem die Villa Rosenhöhe mit einer Kapazität von 26 Plätzen. Gemeinsam leben hier jeweils bis zu sieben pflegebedürftige Menschen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften zusammen.

Gründung als Familienteam

Den Start dieser Erfolgsgeschichte markiert die Gründung des Pflegedienstes im Oktober 2003. „Meine Mutter war als Pflegekraft angestellt. Mit ihrem damaligen Arbeitgeber war sie unzufrieden; vor allem damit, dass nur auf das Geld gesehen wurde. Mitarbeiter rieten ihr daher, sich doch selbständig zu machen“, blickt Christian Timm zurück. Für eine alleinerziehende Frau mit zwei Kindern war das ein mutiger Schritt. „Wir haben beide zu Hause gesessen und überlegt: Geht das, geht das nicht? Wir haben die möglichen Umsätze hoch und runter gerechnet und uns gefragt: Was kommt da auf einen zu? Eigentlich hatten wir keine Ahnung, wie wir das konkret machen sollten“, erzählt Timm, der damals 19 Jahre alt war. Während der Gründungsphase machte er eine kaufmännische Ausbildung und schloss sie erfolgreich ab. „Meine Mutter und ich ergänzen uns gut“, berichtet der junge Familienvater. Er sei eher der Zahlenmensch und seine Mutter treffe aus dem Bauch heraus oft pflegerisch die richtigen Entscheidungen. „So haben wir haben uns damals eigentlich gut zusammengefunden.“ Belächelt seien sie anfangs worden. Eine alleinerziehende Frau, die sich selbstständig machen will, kommt nicht häufig vor.

Oktober 2003

Gründung der Häusliche Kranken- und Altenpflege Garbiele Timm in Leipzig

Im Netzwerk sicherer

Ende 2002 und Anfang 2003 wurden die Planungen bei den Timms aber konkreter. Sie besuchten Existenzgründerseminare und informierten sich über mögliche Kredite. „Mit der Zeit haben wir immer mehr Mut geschöpft und irgendwann ‚ja‘ gesagt.“

Ein wichtiges Thema war in diesem Zusammenhang auch die die Frage nach der geeigneten Pflegesoftware. „Beim Start brauchten wir gute Unterstützung, denn uns und war klar, dass Liquidität unser Hauptproblem sein wird“, berichtet Timm. „Wir haben Fachzeitschriften wie Häusliche Pflege durchgeblättert und uns vor allem die Anzeigen angeschaut. Wir wollten erst einmal wissen, welche Unternehmen überhaupt am Markt sind“, erzählt der Geschäftsführer. „Wir suchen quasi ins Blaue hinein.“ Ausgeschlossen wurde dabei die bisherige, gut bekannte Software, da seine Mutter noch als Pflegekraft angestellt war und nicht der Verdacht aufkommen sollte, dass sie sich selbständig machen will. Die Wahl fiel auf letztendlich auf das Unternehmen opta data, das den Timms schon früh mit Abrechnungsunterstützung und Liquiditätssicherung half.

Schnelle Entwicklung des Geschäfts

Als es mit der Gründung dann losging, standen acht Mitarbeiter:innen und fünf PKWs zu Verfügung. Schnell entwickelte sich eine kleine Erfolgsgeschichte. Drei Jahre später gründeten die Timms schon die ambulant betreuten Wohngemeinschaften der Villa Rosenhöhe. Jede demenziell erkrankte bzw. pflegebedürftige Person bewohnt dabei ihr persönlich eingerichtetes Zimmer. Pflegekräfte sind rund um die Uhr vor Ort. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie Einkaufen, Kochen, Wäschewaschen, Putzen, Alltagsgestaltung sowie die Nachtbetreuung übernimmt der Hausservice. Individuell Hilfe zur Pflege oder auch Behandlungspflege wird durch die eignen Fachkräfte sichergestellt.

Juni 2006

Eröffnung der Wohngemeinschaft Villa Rosenhöhe im Leipziger Süden

Landpflegeheim mit Tagespflege

Fünf Jahre später folgte ein weiterer einschneidender Schritt der Timms: der Bau des Landpflegeheims und die damit verbundene Gründung der Landpflegeheim Timm Gbr. Als Inhaber wurden Gabriele und Christian Timm registriert. Das Nebengebäude eines ehemaligen Dreiseitenhofs aus dem 19. Jahrhundert wurde mit einer Putz-Klinker-Fassade, Giebelgestaltung mit Fachwerk und Anklänge an den Heimatstil aufwändig saniert. Auf drei Etagen finden 63 Menschen Platz. „Wir waren damals in Leipzig die erste stationäre Einrichtung, die nur Einzelzimmer gebaut hat“, erzählt Timm. Die Tagespflege ist im Erdgeschoss des rund 2.800 Quadratmeter großen Landpflegeheims untergebracht. Von den hellen Räumen sind es nur wenige Schritte bis in den aufwändig gestalteten Garten mit einem Tiergehege, dass die Gäste und Bewohner jederzeit besuchen können.

Februar 2011

Eröffnung des Landpflegeheims mit integrierter Tagespflege

Engagiert in Netzwerkarbeit

Christian Timm engagierte sich schon früh im Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). Seit einigen Jahren ist er Vorstandsmitglied der Landesgruppe Sachsen. Darüber hinaus ist er Vorstandsvorsitzender des Pflegenetzwerks Leipzig. 2006 schlossen sich engagierte Pflegedienste und pflegenahe Dienstleister zu einem Verein zusammen, um die Qualität ihrer Arbeit weiter zu verbessern. Neben internen Netzwerktreffen wurde ein niedrigschwelliges Beratungsangebot aufgebaut, wo Fragen zur drohenden oder bestehenden Hilfe- und Pflegebedürftigkeit, zum Pflegeantrag, zur Krankenhaus- oder Reha-Entlassung oder auch zur Suche nach geeigneten Pflegeangeboten beantwortet werden.

Advertorial

Von Anfang an dabei

Peter Kuhoff, Regionalleiter bei opta data, und Christian Timm (v. l.)

Dass sich die Pflegeprojekte der Familie Timm so gut entwickelt haben, liegt auch an der engen Zusammenarbeit mit der opta data Gruppe. Schon vor der Unternehmensgründung informierten sich Gabriele und Christian Timm auf einer Roadshow des Unternehmens für Abrechnung im Gesundheitswesen über die Grundlagen einer Existenzgründung in der ambulanten Pflege und tauschten sich mit Gleichgesinnten aus. Die Entscheidung für opta data sollten sie nicht bereuen. „Wir haben den Pflegedienst Timm bei der Expansion begleitet und hatten für jedes neue Angebot das passende Modul wie für den stationären Bereich oder die Tagespflege parat. Das sollte ein guter Anbieter haben, damit die Software mit dem Kunden wächst “, sagt opta data-Regionalleiter Peter Kuhoff.

Generationswechsel

Vor zwei Jahren kam es dann zum Generationswechsel auch auf dem Papier beim Pflegedienst Timm. Christian, seine Ehefrau Christina und Bruder Tobias erwarben von Gabriele Timm die Häusliche Kranken- und Altenpflege Gabriele Timm und gründeten die Pflegedienst Timm GmbH. „Wir haben das Unternehmen meiner Mutter wirklich abgekauft. Dabei haben wir besonderen Wert darauf gelegt, einen marktüblichen Preis zu bezahlen. Das soll ja schließlich ihre Alterssicherung sein“, erklärt Christian Timm. „Die stationäre Einrichtung gehört aber immer noch meiner Mutter und mir zu gleichen Teilen“, sagt Christian Timm, der von Anfang an dort die Leitung inne hat. Eine weitere Expansion schließt er nicht aus. Mit neuen Mitarbeiter:innen möchte er die Anzahl der Touren erweitern. Gerne hätte er noch ein stationäres Objekt und wartet auf den richtigen Moment – wie vor fast zwanzig Jahren.

September 2020

Christian, Christina und Tobias Timm gründen die Pflegedienst Timm GmbH

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